Das ZDF nennt sie Geoweb Spiele, die FAZ sagt Geo-Location Anwendung dazu. Ich habe mir die 3 besten Geo Location Dienste genauer angeschaut.
Mit Geo Location Applikationen auf dem iPhone kann ich meinen Freunden mitteilen, wo ich gerade bin und kann herausfinden, wer von meinen Freunden die selben Orte besucht, wie ich.
Wenn ich zum Beispiel in Saarbrücken auf dem St. Johanner Markt stehe und von Restaurants umringt bin, können mir diese Dienste durchaus die Entscheidung abnehmen, wohin ich am besten Abendessen gehe – dorthin nämlich, wo die meisten meiner Freunde hingehen. Auf deren Urteil verlasse ich mich nämlich mehr, als auf das Urteil von Restaurant Bewertern, wie Qype.
Die 3 prominentesten Vertreter der Geo Location Dienste sind:
- Foursquare
- Gowalla
- und als neuer Mitbewerber Placepop
Mein Haupt Testkriterium war die Auffindbarkeit von Orten in Saarbrücken – meiner Heimatstadt. Als zweites hat mich die Bedienbarkeit und die Integration mit anderen Diensten wie zum Beispiel Facebook, oder Twitter interessiert, da ich nicht noch einem weiteren Social Network beitreten will. Alle Anwendungen habe ich auf meinen iPhone 3G gestestet. Als Testort habe ich mir das Restaurant To Steki in Saarbrücken herausgesucht. To Steki ist ein sehr beliebter Grieche, ist aber vor ca. 2 Jahren umgezogen und besitzt keine eigene Internet Seite. Eine Google Suche zeigt allerdings dir korrekte Adresse. Von daher hätten die Apps diese Location eigentlich finden müssen.
Das Prinzip der Geo Location Apps ist immer gleich. Die Applikation sucht den aktuellen Standort, bietet dann, falls vorhanden eine Liste möglicher Locations an und der Benutzer kann in eine der angebotenen Locations einchecken. Häufiges Check-in bei der selben Location wird mit Medallien oder Bürgermeisterehren belohnt.
Die Locations können den Nutzern besondere Goodies anbieten, wenn diese sich einchecken. So ist es gang und gäbe dass der Mayor (Bürgermeister) einer Location bei Foursquare kostenlose Drinks bekommt. Für Geschäfte, Restaurants und Bars dürften diese Art von Anwendungen eine Marketing Goldgrube werden. Nirgends sonst kann ich so gute, lokale Kundenbindung aufbauen und mich von der Konkurrenz abheben. Dazu kommt noch der Social Marketing Effekt. Wenn einer meiner Freunde durch einen hohen Status bei einer Location diese quasi adelt, werden alle anderen Freunde diese Location mit Sicherheit auch ausprobieren wollen. Bekanntermaßen gibt es kein besseres Marketing, als Mundpropaganda.
Foursquare
Foursquare war der erste Vertreter dieser Anwendungssparte und hat weltweit die meisten Nutzer. Zunächst hat Foursquare nur in ausgewählten Städten funktioniert, bis die Entwickler alle Orte global freigegeben haben.
Man merkt der Anwendung stark an, dass Sie aus den USA kommt. In Saarbrücken werden nur sehr wenige Orte gefunden. Das To Steki war leider nicht dabei. Gut war allerdings, dass man eigene Locations problemlos hinzufügen kann, so dass das To Steki doch noch zu seinen Ehren auf 4square kommt. Wie man auf den Screenshots unten sieht, liegt 4square leider massiv falsch beim Finden von Orten. Gut ist, dass 4square automatisch auf mein Facebook Profil postet und ich nicht noch ein paralleles Social Network aufbauen muss.
Gowalla
Gowalla kam direkt nach 4square ins Rennen. An sich stehen sich die beiden Anwendungen von der Feature Seite her in nichts nach. Gowalla ist etwas spielerischer aufgemacht und bringt ermöglicht zudem noch die Kategorisierung von Orten, die ich neu hinzufüge. Das To Steki hat auch Gowalla nicht gefunden. Ähnlich wie 4square wurde auch hier eine Liste mit recht weit entfernten Orten präsentiert. Das Publizieren auf Facebook funktioniert auch hier einwandfrei.
Placepop
Placepop ist der neuste Mitbewerber im Rennen um die Krone der Location Based Apps. Gegründet wurde Placepop vom ehemaligen CEO von Friendster – Kent Lindstrom – und hat von daher ein erfahrenes Management Team, was Social Networking angeht.
Bei PlacePop fehlt die Möglichkeit eigene Orte hinzuzufügen. Allerdings war dies bei Placepop bis dato noch nicht notwendig. Als einzige App im Test hat Placepop das To Steki gefunden. Meine Erfahrung bei anderen Testläufen in Saarbrücken ist ähnlich: fast alle Orte sind in der Placepop Datenbank hinterlegt. Ärgerlich nur, wenn ausgerechnet die Lieblingsbar nicht dabei ist. Hier muß Placepop noch nachbessern. PlacePop kann man Problemlos mit Twitter verbinden und damit auch recht einfach seine Statusmeldungen auf Facebook bringen. Von allen hier vorgestellten Diensten ist PlacePop der einzige mit einer deutschen iPhone App!
Da ich wie gesagt, mit Placepop auf gewissen Weise verbunden bin, möchte ich eine Bewertung der Apps ausschließlich dem User überlassen.
Für mich ist hier allerdings eine neue wichtige Software Kategorie am wachsen, die vor allem kleinen Geschäften und der Gastronomie enormes Marketingpotential bieten wird.
Schon heute kann jeder Geschäftsinhaber zum Beispiel hier ein spezielles Angebot für Placepop Nutzer kreieren. Wenn ich auf der Suche nach einem Café bin und mir Placepop mitteilt, dass in der Nähe ein Café ist, wo ich als Placepop User ein kostenloses Stück Kuchen zum Kaffee bekomme, ist meine Entscheidung, wo ich hingehen werde, schnell gefällt. Gowalla und 4square bieten diesen Service selbstverständlich auch an.
(Disclosure: meine Firma Ooga Labs ist an Placepop beteiligt. Ich betrachte diese Dienste natürlich trotzdem vollkommen neutral und ermutige jeden Leser, alle 3 Applikationen selbst zu testen)










